Der heutige Gastkommentar stammt von Stan vom Ritten! Er schreibt auch für die neue Homepage von Ritten Sport und ist zudem Moderator auf Sonice.

Wenn ich groß bin, möchte ich ein Puck werden!“

Einmal Puck sein. Eines dieser kleinen, schwarzen Geschosse, schnell wie der Teufel, hart wie Kruppstahl, winzig und doch ständig im Mittelpunkt. Magisch angezogen von Schlägern, die danach trachten ihn zu erhaschen, zu kontrollieren, zuzuspielen und zu versenken. Auslöser für Jubelschreie, Fangesänge und abgrundtiefe Bestürzung, für Schläge und Umarmungen. Objekt der Begierde, der Freude und der Verzweiflung. Hart ihm nehmen und im geben. Mitten drin statt nur dabei. Einmal Puck sein.

da bin ich jetzt wohl etwas abgedriftet. Eigentlich sollte ich einen Gastkommentar über die Situation des Rittner Eishockeys schreiben. Dem soll denn auch so sein. Es läuft gut am Ritten; beinahe zu gut für den Geschmack manch eines Fans, Beobachters oder Gegners. Zwar sind die Buam, wie sie weitläufig genannt werden, seit einigen Jahren im Spitzenfeld mit dabei, richtig daran gewöhnt haben sich aber wohl die wenigsten. Nicht dass es nicht angenehm wäre, wenn einem die Sonne der Tabellenführung auf den Wams scheint, die laue Briese eines frühlingshaften Halbfinals um die Nase weht oder aber auch die köstlichen Gaumenfreuden einer Finalserie mit einem guten Schluck Endspieleuphorie runtergespült werden können..

Und dennoch wird man insgeheim den Gedanken nicht los, quält es einen – wie diese kleinen Bläschen am Gaumen, an denen man, einmal angefangen, immer mit der Zunge rumfummeln muss – dass man früher oder später eines schönen Morgens aufwacht, durchgeschwitzt und verwirrt, noch volltrunken von all den hochprozentigen Köstlichkeiten die einem da on the rocks serviert wurden, und alles war nur ein schöner, schöner Traum

Im letzten Traum, an den ich mich erinnern kann, als wäre es gestern gewesen, tauchte immer wieder ein Mann, ich präzisiere, ein Torwärter auf, den zu überwinden es beinahe unmöglich scheint. Seine Sinne sind geschärft, hoch konzentriert, die Reflexe so schnell, dass sie nur noch schemenhaft erscheinen.

In meinem letzten Traum, kommen Abwehrrecken vor, robust, abgeklärt und hart, von östlicher Herkunft so glaube ich mich erinnern zu können, deren Schüsse die Stellung der Gegner vor Angst erbeben und vor Ehrfurcht erzittern lassen. Daneben einige kleinere Exemplare der Gattung defensius sudtirolensis, auch sie nicht weniger gefährlich in Erscheinung und Umgang, Geschick und Erfolg.

Ein wenig weiter vor ihnen ein Rudel wild gewordener Recken verschiedenster Herkunft, mit schlägerförmigen Knüppeln bewaffnet, jeden Gegner in die Flucht schlagend und deren (Ge)- Häuse mit Geschossen eindeckend. Und das Volk, in meinem letzten Traum, viele an der Zahl, mit Fahnen und Schokolade an den Bärten, fast Zwergengleich; es jubelte ihnen zu, feuerte sie an und peitschte die wilde Horde, auf messerbestückten Stiefeln unterwegs, immer wieder zu neuen Attacken nach vorne. Ein ums andere Mal, wieder und wieder. Und auch von den Schlachten in der Ferne kehrten die Mannen des Feldherrn, Paul war sein Name, meist siegreich und erhobenen Hauptes zurück. Nicht ohne Verletzte, doch immer ohne Gefallene.

An das Letzte, an das ich mich noch erinnern kann, vom Traum den ich da träumte, sind die schallende Warnung der Gegner, die da genug hatten von den anhaltenden Attacken und Angriffen. Die sich verstärkten mit Männern fremder Herkunft, Sprache und Kultur, um dem Siegeszug derjenigen, die da vom Plateau hoch über dem Tale kamen, Einhalt zu gebieten.

Dann bin ich wach geworden, durchgeschwitzt und verwirrt, wie so viele Male schon zuvor und konnte beruhigt feststellen, dass ich immer noch ein kleiner schwarzer Puck war.

Beste Grüsse vom Hochplateau an alle Fans des HCP
Euer Stan