Das heutige Exklusivinterview zum Saisonende habe ich mit dem Coach des HC red orange Pustertal, Stefan Mair geführt. Er war so nett und hat meinen – teils auch kritischen Fragen – gerne Rede und Antwort gestellt.

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Hallo Stefan, wie zufrieden bist du mit der abgelaufenen Saison?
Die abgelaufene Saison war gekennzeichnet von vielen Höhen und Tiefen. Nach einem schlechten Start wurde der Druck auf die Mannschaft nach jeder Niederlage größer (was auch verständlich ist). Im Großen und Ganzen muß man aber sagen das Saisonziel wurde erreicht und wenn es darauf ankam war die Mannschaft präsent und hat gezeigt was in ihr steckt. Ich möchte nur noch einmal darauf hinweisen, dass wir in der Qualification Round 27 Punkte gemacht haben, punktegleich mit Bozen, 3 Punkte weniger als Ritten (30) und immerhin 5 Punkte mehr als Cortina (22).

Woran glaubst du ist es letztendlich gelegen, dass ihr im Halbfinale gescheitert seid?
In meinen Augen hat die Leistung die die Mannschaft in der Halbfinalserie gezeigt hat ein wenig unsere gesamte Leistung über die Saison wiedergespiegelt. Wir haben nach sehr guten Spielen wieder schlechte Spiele gezeigt. Man kann es sich in meinen Augen nicht leisten in den Play Offs Spiele zu „verschenken“, wie wir es getan haben in Game 1 und 3. Es fehlte einfach die Konstanz. Innerhalb 48 Stunden hat sich die Mannschaft total unterschiedlich präsentiert und teilweise unter ihrem Wert „verkauft“. Dies ist meiner Meinung nach nur mit einer fehlenden mentalen Stärke zu erklären, weil wir physisch und konditionell gut drauf waren.

Deine Position als Cheftrainer beim HC red orange Pustertal war in der heurigen Saison nicht immer unumstritten. Kannst du diese Kritik verstehen?
Es war nicht einfach für mich heuer allgemein. Es war eine sehr schwierige Meisterschaft und es hat seine Zeit gebracht alle 9 neuen Spieler zu integrieren. Ich kann die Kritik auf der einen Seite sehr gut verstehen, da ich als Trainer nun einmal verantwortlich bin für die Resultate der Mannschaft. Ihr könnt mir glauben dass es für mich extrem frustrierend war 13 Spiele mit einem Tor Unterschied zu verlieren und davon 6 im Overtime oder Penaltyschießen. Insbesondere zu Beginn hatte ich den Eindruck, daß sich die Mannschaft paradoxerweise zu viel Druck auferlegt hat, vor der eigentlich so tollen Kulisse zu spielen und wir haben zu Beginn viel zu viele Punkte zu Hause verschenkt. Die Mannschaft ist aber im Laufe der Saison gewachsen und das ist das Wichtigste für mich als Trainer.

Wie sieht deine sportliche Zukunft aus? Wirst du auch in der nächsten Saison Coach des HC red orange Pustertal sein?
Ich bin momentan so richtig müde und fertig – es hat extem viel Energie gekostet. Ich will jetzt mal ein wenig Abstand nehmen und werde mich dann in den nächsten Wochen in aller Ruhe mit dem Vorstand zusammensetzen.