von Beat Pinggeli aus Davos

Der Donnerstag, 31.März 2011 wird dem Coach des HC Pustertal, Stefan Mair, wohl noch lange in Erinnerung bleiben.

Es war der wohl bitterste Moment in seiner Karriere als Sportler. An diesem Tag hat ein fast schon banaler „Formfehler“ die dreijährige Aufbauarbeit des Eishockey-Perfektionisten aus Bozen nahezu ausgelöscht. Ähnlich einem Festplattencrash bei einem Computer hat ein – im Grunde absurder – Statutenparagraf den Traum vom Italienmeistertitel zerstört.

Hat er das aber wirklich? Nein!!!

Stefan Mair ist kein Kind von Traurigkeit. Stefan Mair ist ein harter Arbeiter, der bereits 2 Stunden vor dem Training im Gedanken bei seinen Spielern und Systemen ist. Stefan Mair sucht sich „seine“ Spieler in wochenlanger, akribischer Personalselektion selbst aus. Und er bewies dabei in 3 Jahren stets ein gutes Händchen. Stefan Mair mag keine Wahrscheinlichkeitsrechnungen und er mag kein übertriebenes Lob. Stefan Mair ist ein Arbeiter und kein Träumer. Von unserem Davoser Kulttrainer Arno Del Curto unterscheiden ihn vielleicht nur das Jahresgehalt, die Harry-Potter-Brille und die Tatsache, dass er kein Publikumsliebling ist.

Stefan Mair ist kein Publikumsliebling. Aber er ist ein Perfektionist. Der Unterschied? Ein Publikumsliebling ist so lange Liebling bis er keinen Erfolg mehr hat. Ein Perfektionist wird erst zum Liebling, wenn er Erfolg hat.

Stefan Mair hat sich für den 2.Weg entschieden, denn er wollte den Leuten beweisen, dass man nur durch harte und konsequente Arbeit zum Erfolg kommen konnte.  Und sein Rezept ging (fast) auf. Der HC Pustertal oder ehemals EV Bruneck hat noch nie etwas gewonnen. Bis heuer. Der Sieg am Italienpokal sollte die Vorstufe zum Meistertitel werden und war es auch. Bis zu diesem verflixten Donnerstag.

Wer Stefan Mair kennt, der weiß, dass er dieses Leid nur schwer ertragen wird. Sein Kopf wird für einige Tage und Nächte von 1.000 Gedanken durchsiebt. Aber wer Stefan Mair kennt, der weiß auch, dass er diesen Rückschlag wegstecken wird. Denn Stefan Mair ist ein Arbeiter und kein Träumer.

Stefan Mair muss bleiben, denn er ist reif für einen Eishockey-Meistertitel. So wie es die Pusterer sind…