Heute veröffentlichen wir den SCOUTING REPORT 2010/11 unserer Mannschaft mit einer Benotung durch Beat Pinggeli, Lexl und einem bekannten Brunecker Eishockeyexperten.

🙂

 

TORHÜTER

Mikko Strömberg – ruhender Pol in der Pusterer Hintermannschaft. Glänzte mehrmals durch ausgezeichnete Reflexe. Menschlich eine große Bereicherung. In den Playoffs ein sehr sicherer Rückhalt, der die gegnerischen Stürmer teilweise zum Verzweifeln brachte. Note: 8+

Tommi Nikkilä – nach den Turbulenzen und Gerüchten zu Saisonbeginn, dann vor allem in den ersten 15 Saisonspielen eine Bank im Pusterer Tor – baute dann im Laufe der Saison etwas ab und war nicht mehr so beständig. Note: 7

Hannes Hopfgartner – auf Grund mangelnder Spielpraxis nur bedingt Serie A – tauglich, hat aber auch bewiesen, dass er in brenzligen Situationen seinen Mann stehen kann (gegen Bozen und Fassa). Hätte bei Spiel 5 wohl besser auf der Bank gesessen als nur von der Tribüne zugeschaut. Note: 6/7

Thomas Commisso – war immer bereit, als er aus Kaltern gerufen wurde und bot bei den wenigen Spielen eine überzeugende Leistung und wäre eine ideale Ergänzung zum ersten Goalie. Note: 7/8

 

VERTEIDIGUNG

Christian Willeit – große Steigerung zur vergangenen Saison. Wird unsicher, wenn das Spiel schneller wird. Harter Schlagschuss, harter Checker. Trifft neuerdings auch von der blauen Linie. Pass-Spiel aus eigener Zone ist verbesserungswürdig, aber er hat gezeigt, dass er an der Seite von Kelly viel dazugelernt hat. Note: 8-

Armin Hofer – ähnlich gute Entwicklung wie Willeit, spielt aber weniger körperbetont, sondern setzt mehr auf seine Schnelligkeit – hat gelernt, das Spiel zu lesen – macht fehlenden Körpereinsatz durch Speed und „Antizipation“ wett. Hat im Vergleich zu Willeit in den Playoffs abgebaut. Note: 7/8

Armin Helfer – beste Saison im Dress der Wölfe. Steigerte sich von Spiel zu Spiel und machte nur ganz wenige Fehler. Spieler mit der größten Kampfkraft und dem härtesten Schuss. Spieler mit der meisten Eiszeit. Spielte trotz Rippenverletzung die Playoffs zu Ende. Hat sich zum Leader in der Kabine entwickelt. Note: 9

Matt Kelly – bester Spieler der Saison 2010/11 und neben Armin Helfer der wohl wertvollste Spieler beim HC Pustertal. Verteidiger mit gutem Pass aus eigener Zone und mit starkem Zug zum gegnerischen Tor. Eisläuferisch eine Augenweide. Note: 9+

Fredrik Persson – sehr konstanter und zuverlässiger Defensivverteidiger. Setzt seinen harten Schlagschuss zu wenig ein. Sehr solide in der Abwehrarbeit. Unauffälliger Spieler, der aber auf Grund seiner Null-Fehlerquote für die Mannschaft enorm wichtig ist. Erzielte das 5.000 Tor für die Pusterer. Note: 8

Christian Mair – wollte es in seinem „Hochzeitsjahr“ noch einmal wissen und machte seine Sache – trotz Nachwirkungen von der schweren Beinverletzung – gut. Pass-Spiel aus der eigenen Zone ist verbesserungswürdig. Spielübersicht ist nicht seine Stärke. Hat in den Playoffs gezeigt, dass einfaches Hockey immer noch das effizienteste Hockey ist. Note: 6/7

Daniel Glira – talentierter Nachwuchsverteidiger aus Toblach, der als Ersatz für Christian Mair vor allem zu Saisonbeginn seine besten Einsätze hatte. Für ihn gilt ähnliches wie für Frei oder Crepaz: hart an sich arbeiten, um den Sprung zum Topverteidiger zu schaffen. Italienmeister mit der U20. Note: 6/7

 

STURM

Taggart Desmet – war neben Armin Helfer der wohl beständigste Spieler des HCP. Spielte heuer seine beste Saison im Dress der Pusterer. Kaum von der Scheibe zu trennen. Sein starker Zug zum Tor bescherte ihm heuer eine hervorragende Punktausbeute. Unkomplizierter Spieler, der nach dem Ausfall von Sirianni eine Führungsrolle übernahm. Note: 8/9

Rob Sirianni – zu Beginn der Saison noch mit Fitnessproblemen hadernd, entwickelte sich Sirianni bis zu seiner schweren Wirbelverletzung zum torgefährlichsten Spieler der Liga und hatte maßgeblichen Anteil am Gewinn des Italienpokals. Kreativster Pusterer Spieler, zwischen Genie und Wahnsinn. Note: 8+

Max Oberrauch – der Publikumsliebling musste die Linienumstellung zu Saisonbeginn erst verkraften, kam dann im Laufe der Meisterschaft wieder an seine Topform aus der letzten Saison heran. Seine gefürchteten Direktabnahmen fanden in den Playoffs unglücklicherweise nur selten ihr Ziel. Von der Mannschaft nicht mehr wegzudenken, da er ein Vorbild in puncto Sympathie, Einstellung und Disziplin (geworden) ist. Note: 7/8

Lynn Loyns – praktisch nicht von der Scheibe zu trennen. Arbeitstier, das vor allem Defensiv Akzente setzte. Seine Stärke ist nicht die Torinstinkt, sondern die Tor-Vorbereitung. Nicht spektakulärer, aber sehr beständiger Spieler. Eisläuferisch top. Note: 8-

Joe Cullen – kampfstarker Spieler mit gutem Torinstinkt. Starker Direktschuss. Macht manchmal unnötige Fouls und schwächt dadurch die Mannschaft. Absolute Bereicherung für den Kader auch in menschlicher Hinsicht. Note: 8-

Joe Jensen – Überraschungsspieler der Saison. Provoziert gerne die Gegner und holt somit einen Vorteil für seine Mannschaft. Ihm fehlt noch die Abgeklärtheit vor dem Tor. Gibt in jedem Spiel 100% und passt auf Grund seines guten Charakters hervorragend in die Mannschaft. Sein Penalty in Spiel 6 war großes Tennis. Note: 8+

Nate DiCasmirro – ähnlich wie Cullen und Loyns ein unermüdlicher Kämpfer, der den Körperkontakt nicht scheut. War sich nicht zu schade mit 2 Jugendspielern in der Linie zu spielen und wurde deshalb auch zum MVP der ersten Runde gewählt. Arbeitet sehr hart in den Ecken. Gibt bei jedem Spiel 100%. Sehr beständig. Charakterlich top. Note: 8

Patrick Bona – spielte seine vielleicht beste Saison im Dress der Pusterer. Wirbelwind, der gerne mal eine komplette Verteidigung aus der Verankerung hebelt. Kommt mittlerweile mit Linienumstellungen besser zurecht. Hat heuer auch die Checks zu Ende gefahren. Hält oft zu lange die Scheibe und unterbindet somit modernes Kombinationsspiel wie es z.B. der HC Davos praktiziert (O-Ton Beat Pinggeli!). Note: 7/8

Lukas Tauber – steter Unruheherd vor dem gegnerischen Tor. Ruhiger Spieler. Ähnlich wie Pichler ein „durchschaubarer“ Spieler, da er im Spiel nur wenige Rhythmuswechsel macht. Arbeitstier in den Ecken und auf der Seite. Mit mehr Eiszeit hat er Potenzial zum Second-Line-Winger (2.Linie-Stürmer). Note: 6/7

Thomas Pichler (C) – Der Kapitän war heuer kaum wiederzuerkennen und bis zu seiner schweren Verletzung ein steter Unruheherd in der gegnerischen Abwehr. Vor allem als Rackerer in der Mannschaft geschätzt. Macht fehlenden Torinstinkt durch unermüdlichen Kampfgeist wett. Nach wie vor zu ineffizient. Note: 7+

Lukas Crepaz – bekam vor allem zu Saisonbeginn viel Eiszeit und stürmte in einer Linie mit Nate DiCasmirro. Machte seine Sache sehr gut. Schneller Skater. Talentierter Spieler. Wenn er hart an sich weiterarbeitet, dann kann er zu einem sehr guten einheimischen Spieler heranreifen. Italienmeister mit der U20. Note: 7

Alexander Frei – talentierte Nachwuchshoffnung aus Kaltern. Bot bei seinen Einsätzen für den HCP überzeugende Leistungen und ist vor allem wegen seiner Schnelligkeit gefürchtet. Sollte unbedingt im Ausland die notwendige Erfahrung sammeln um ein italienischer Topstürmer zu werden. Note: 7/8

Thomas Erlacher – kehrte erst im Laufe der Saison aus Kanada nach Bruneck zurück – agressiver Spieler, der gerne direkt auf den Mann geht. Erzeugte mit seiner Linie immer viel Druck. Typischer Powerforward. Technisch aber limitiert und hat deshalb die Erwartungen nicht unbedingt erfüllt. Note: 6/7

Benno Obermair – machte seine Sache zu Saisonbeginn an der Seite von Crepaz und DiCasmirro sehr gut. Sammelt Spielpraxis bei den Junioren. Gehört zusammen mit Glira und Crepaz zu den größten Pusterer Nachwuchshoffnungen. Italienmeister mit der U20. Note: 6/7

 

 

COACH

Stefan Mair – Verfügt über sehr gute Kontakte nach Übersee und beweist bei Spielerverpflichtungen ein goldenes Händchen. Hat heuer sehr viel dazugelernt in puncto „technical skills“ und „human skills“. Muss lernen, Spiel und Taktik des Gegners zu lesen und im Spiel die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.  Hat gezeigt, dass er eine gute Mannschaft aufbauen und führen kann, aber es fehlt ihm noch die Lockerheit mit gewissen (schwierigen) Situationen umgehen zu können. Entscheidung über seinen Verbleib ist nach dem unglücklichen Saisonende noch offen. Note: 8-

Teppo Kivelä – seine Arbeit konnte auf Grund vom fehlenden Einblick in sein Tätigkeitsfeld nicht bewertet werden. Insiderberichten zufolge aber ein sehr guter (Co-)Trainer, der sich hervorragend mit Stefan Mair ergänzt hat und sein Hauptaugenmerk vor allem auf die Defensivarbeit gelegt hat. Strahlte auf der Bank sehr viel Ruhe aus.